Success Story: Cloud Migration für Mimacom Flowable Group

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Im „Stay ahead Podcast“ von Mimacom spricht Fabian Schneider mit seinen Gästen Dr. Samy Amara von mintminds und Dr. Hans-Peter Güllich von Dydon AI über die Herausforderungen von Banken und Finanzdienstleistern im Zusammenhang mit nachhaltigem Finanzwesen (Sustainable Finance) sowie die technischen Lösungen im Bereich der Automatisierung und Digitalisierung, die bereits heute verfügbar sind.

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Das Thema Nachhaltigkeit steht schon lange auf der EU-Agenda und auch in der Schweiz beschäftigen sich Regierung, Regulatoren und die Bankenvereinigung damit. Um die hohe Komplexität etwas zu entschlüsseln, haben wir zwei Experten auf diesem Gebiet zum Austausch mit Fabian Schneider, Regionalleiter der Mimacom AG in Zürich, eingeladen:

Dr. Samy Amara ist Partner bei mintminds und berät Banken bei der Einführung und Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitslösungen. Durch seine Implementierungsprojekte kennt er die Herausforderungen der Banken und Finanzberater bestens.

Dr. Hans-Peter Güllich ist Gründer von Dydon AI, einer Softwarefirma, die KI-Lösungen für die Bearbeitung und Automatisierung von ESG- und EU-Taxonomie-Bewertungen für Banken und Unternehmen anbietet. Die Lösung wurde mit dem Innovation Award der Universitäten Stanford und Zürich ausgezeichnet und wurde zweimal als «Best Taxonomy Data Solution for ESG” durch das A-Team Insight Award prämiert.

Herausforderung: Koexistenz von Regulierungssystemen

Bezogen auf das Nachhaltigkeits-Reporting gibt es eine Vielzahl von Regeln, die von weltweiten Branchenstandards über regionale bis hin zu nationalen Vorschriften reichen. Deshalb bat Fabian Schneider seine Gäste zuerst um einen entsprechenden Überblick.

Hierzu erklärt Dr. Samy Amara, dass global 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs) vereinbart wurden, die über verschiedene Standardorganisationen operativ umgesetzt wurden. Darüber hinaus veröffentlichte die EU im Jahr 2018 den Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums, der verschiedene Maßnahmenpakete enthält (SFDR). Ein zentraler Punkt hierbei sind die Offenlegungspflichten für Unternehmen nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), wobei sich die dort definierten Kennzahlen und Indikatoren teilweise von den SDGs unterscheiden.

„Die Schwierigkeit für Banken und Finanzdienstleister liegt in der Koexistenz von verschiedenen Regelwerken, Indikatoren und Kennzahlen im ESG-Bereich“, so Dr. Amara. Neben den Anforderungen der SFDR, die sowohl auf Unternehmens- oder Institutsebene als auch auf Produktebene ansetzen, ist auch die MiFID zu berücksichtigen, wonach Kunden ihre Präferenzen bzgl. Art und Umfang der nachhaltigen Finanzinstrumente benennen müssen, in die sie investieren möchten. MiFID und SFDR sind auch für Schweizer Banken und Finanzdienstleister relevant, sofern sie EU-Kunden haben oder in der EU nachhaltige Produkte erstellen bzw. vertreiben.

Dr. Hans-Peter Güllich verweist auf die Bedeutung des Pariser Klimaabkommens und wie die EU-Taxonomie das Ziel verfolgt, Finanzierungen in ökologisch nachhaltige Aktivitäten zu lenken. Hierzu wurden Kriterien definiert, um festzulegen, was als "ökologisch" gilt. Dazu gehören neben gesetzlichen Vorgaben vor allem auch bestimmte Grenzwerte, die für gewisse Wirtschaftsaktivitäten festgelegt sind (Beispiel: wie viel CO₂ darf bei der Produktion einer Tonne Zement entstehen?). Dr. Güllich fügt hinzu „Wir hören immer wieder, die Regulierung sei «enorm komplex» - ja, das ist sie, aber eben auch notwendig, um das komplexe Thema «Nachhaltigkeit» in den Griff zu bekommen.”

Anwendung der ESG-Regeln im Anlage- und Kreditbereich

Die Gesprächspartner diskutieren weiter über die Anwendung dieser Regeln und Standards auf EU- und nationaler Ebene, insbesondere in der Schweiz, wo die Implementierung oft auf Institutsebene erfolgt.

Dabei betont Dr. Amara hinsichtlich der Anwendung im Anlagebereich: “Wir haben ganz verschiedene Indikatoren und Schwellenwerte, welche operationalisiert werden müssen. Wir brauchen einen durchgängigen Anlageprozess.“ Anlagen bzw. Emittenten müssen gewisse Anforderungen erfüllen, damit eine Investition in das jeweilige Unternehmen als «nachhaltig» gilt. Zudem sind die Kategorien an nachhaltigen Anlagen durch MiFID bzw. SFDR vorgegeben, an welche dann wieder spezifische Offenlegungsverpflichtungen geknüpft sind. Eine Anlage kann dabei einer oder mehreren Kategorien angehören. So kann sie nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigen, indem bestimmte Schwellenwerte einzuhalten sind, etwa bezogen auf GHG-Emissionen, und gleichzeitig gehört sie einer SFDR-Produktekategorie an.

Im Kreditbereich ist es ähnlich aufgebaut“ fügt Dr. Hans-Peter Güllich hinzu. „Hier unterscheiden sich die Prozesse danach, ob es sich um einen zweckgebundenen Kredit handelt – der sich auf eine bestimmte Wirtschaftsaktivität bezieht, beispielsweise die Finanzierung einer Fotovoltaik Anlage – oder ob es sich um einen zweckungebundenen Kredit handelt, also ein Unternehmenskredit. Im letzteren Fall werden die Kennzahlen pro Unternehmen geprüft, und gleichzeitig muss auch jede einzelne Wirtschaftsaktivität des Unternehmens die Vorgaben der EU-Taxonomie Verordnung erfüllen.“

Technologische Lösungen zur Erfassung, Validierung, und Verarbeitung von ESG-Daten

Die Datenvielfalt ist enorm und muss in die gesamte Wertschöpfungskette integriert werden. Dabei sind die Herausforderungen in der Datenverarbeitung nicht zu unterschätzen. Unterschiedliche Datenquellen – von öffentlich zugänglichen über Drittanbieter bis Social Media - und sich fortlaufend ändernde Informationsanforderungen machen eine sehr gut trainierte Lösung erforderlich. „Kennzahlen und Regeln werden sich weiterentwickeln und wir brauchen ein flexibles System, das der Entwicklung angepasst werden kann“, unterstreicht Dr. Amara.

Dr. Hans-Peter Güllich erklärt, wie seine Firma Dydon AI die Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) nutzt, um Informationen aus verschiedenen Dokumenten zu extrahieren und automatische Validierungen durchzuführen. „KI-Technologien unterstützen eine einfache und automatisierte Datenerhebung aus unterschiedlichsten Quellen, wodurch die Datenqualität verbessert bzw. aufrechterhalten werden kann.“

Workflow-Automatisierungen wie die von Mimacom angebotene Lösung Flowable als Busines Process Automation Platform spielen eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von ESG-Daten. “Workflow-Automatisierungen wie Flowable haben ein enormes Potenzial, die Produktkategorisierung zu automatisieren”, so Dr. Amara. Er stimmt mit Dr. Güllich überein, dass automatisierte Prozesse zur Datenerfassung, -validierung und -verarbeitung von ESG-Daten die Effizienz steigern und die Einhaltung von Richtlinien sicherstellen können. Solche Automatisierungen können den Anlegern und Finanzinstituten helfen, klare Nachhaltigkeitsziele zu definieren und sicherzustellen, dass ihre Portfolios den festgelegten Standards entsprechen.

Vielfältige Vorteile durch Workflow-Automatisierung und Datenintegration

Die Vorteile der Workflow-Automatisierung und Datenintegration sind vielfältig. Neben der Effizienzsteigerung ermöglichen sie die Einhaltung von Standards und bieten eine schnelle Erkennung von potenziellen Reputationsrisiken. Dies ist besonders wichtig, da nachhaltige Finanzen eine zunehmende Bedeutung erlangen und die Transparenz und Verantwortlichkeit im Finanzsektor verstärken.

„Die technologischen Lösungen im Bereich nachhaltiger Finanzen können Banken und Finanzdienstleistern helfen, mit den komplexen Anforderungen der Regulierungen und Standards Schritt zu halten,“ fasste Fabian Schneider das Gespräch zusammen. Workflow-Automatisierung, KI und Datenintegration ermöglichen eine effiziente Datenerfassung, -verarbeitung und -validierung, während sie gleichzeitig sicherstellen, dass die Investitionen den gewünschten Nachhaltigkeitszielen entsprechen. Der Finanzsektor kann so seine Rolle in der Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft besser erfüllen.

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Das Interview führte: Fabian Schneider, Regional Manager Zürich von Mimacom AG.

Gäste: Dr. Samy Amara, Partner bei mintminds und Dr. Hans-Peter Güllich, CEO & Founder von Dydon AI

«Im Kreditbereich ist es ähnlich aufgebaut, hier unterscheiden sich die Prozesse danach, ob es sich um einen zweckgebundenen Kredit handelt – der sich auf eine bestimmte Wirtschaftsaktivität bezieht, beispielsweise die Finanzierung einer Fotovoltaik Anlage – oder ob es sich um einen zweckungebundenen Kredit handelt, also ein Unternehmenskredit. Im letzteren Fall werden die Kennzahlen pro Unternehmen geprüft, und gleichzeitig muss auch jede einzelne Wirtschaftsaktivität des Unternehmens die Vorgaben der EU-Taxonomie Verordnung erfüllen.»

Arturo SanzCEO & Gründer Dydon AIZürich

Neben den Anforderungen der SFDR, die sowohl auf Unternehmens- oder Institutsebene als auch auf Produktebene ansetzen, ist auch die MiFID zu berücksichtigen, wonach Kunden ihre Präferenzen bzgl. Art und Umfang der nachhaltigen Finanzinstrumente benennen müssen, in die sie investieren möchten. MiFID und SFDR sind auch für Schweizer Banken und Finanzdienstleister relevant, sofern sie EU-Kunden haben oder in der EU nachhaltige Produkte erstellen bzw. vertreiben.

Dr. Hans-Peter Güllich verweist auf die Bedeutung des Pariser Klimaabkommens und wie die EU-Taxonomie das Ziel verfolgt, Finanzierungen in ökologisch nachhaltige Aktivitäten zu lenken. Hierzu wurden Kriterien definiert, um festzulegen, was als «ökologisch» gilt. Dazu gehören neben gesetzlichen Vorgaben vor allem auch bestimmte Grenzwerte, die für gewisse Wirtschaftsaktivitäten festgelegt sind (Beispiel: wie viel CO₂ darf bei der Produktion einer Tonne Zement entstehen?). Dr. Güllich fügt hinzu «Wir hören immer wieder, die Regulierung sei «enorm komplex» - ja, das ist sie, aber eben auch notwendig, um das komplexe Thema «Nachhaltigkeit» in den Griff zu bekommen.»

Anwendung der ESG-Regeln im Anlage- und Kreditbereich

Die Gesprächspartner diskutieren weiter über die Anwendung dieser Regeln und Standards auf EU- und nationaler Ebene, insbesondere in der Schweiz, wo die Implementierung oft auf Institutsebene erfolgt.

Dabei betont Dr. Amara hinsichtlich der Anwendung im Anlagebereich: «Wir haben ganz verschiedene Indikatoren und Schwellenwerte, welcheoperationalisiert werden müssen. Wir brauchen einen durchgängigen Anlageprozess.» Anlagen bzw. Emittenten müssen gewisse Anforderungen erfüllen, damit eine Investition in das jeweilige Unternehmen als «nachhaltig» gilt. Zudem sind die Kategorien an nachhaltigen Anlagen durch MiFID bzw. SFDR vorgegeben, an welche dann wieder spezifische Offenlegungsverpflichtungen geknüpft sind. Eine Anlage kann dabei einer oder mehreren Kategorien angehören. So kann sie nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigen, indem bestimmte Schwellenwerte einzuhalten sind, etwa bezogen auf GHG-Emissionen, und gleichzeitig gehört sie einer SFDR-Produktekategorie an.

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